Kaschmirsocken – der pure Luxus für die Füße

Kaschmirsocken sind für viele ein kleines Stück vom Glück. Kaum ein Material ist edler und verspricht so wohlig-warme Füße wie die Fasern von einer im asiatischen Hochland beheimateten Edelziege. Für wen eignen sich Socken aus Kaschmir und was ist bei der Pflege zu beachten? Die Antworten darauf liefert dieser Beitrag.

Was ist Kaschmir?

Kaschmir, oft auch geführt unter der englischen Bezeichnung Cashmere, ist eine Edelwolle. Der Name stammt von einer Ziegenart, die in den Hochgebirgssteppen von Asien in der Region Kaschmir beheimatet ist. Textilien werden schon seit über 1000 Jahren aus dem hochwertigen Material hergestellt. Das einstige Fürstentum Kaschmir liegt im Grenzgebiet von Pakistan, Indien und China.

Die Kaschmirziege hat einen kleinen Kopf, Schlappohren und abgerundete Hörner. Insgesamt gibt es von der Hausziegenart rund 20 Unterrassen in den Farben Schwarz, Braun, Grau und Weiß. Da die Ziegen in ihrem Lebensraum extremen Witterungsverhältnissen ausgesetzt sind, sind sie bis an die Stirn mit dichter Wolle bedeckt. Mittlerweile haben die Lieferanten der edlen Wolle auch in vielen anderen Ländern rund um den Globus eine neue Heimat gefunden. Farmen mit Kaschmirziegen gibt es heute nicht nur in der Ursprungsregion sowie in der Mongolei, China und im Iran. Auch in Europa, Australien und Neuseeland werden die Ziegen gehalten.

So wird die Kaschmirwolle gewonnen

Kaschmir ist eine der edelsten und teuren Fasern der Welt. Die Gewinnung der Wolle ist deutlich zeitintensiver als bei anderen hochwertigen Wollsorten wie Lama, Alpaka, Yak und Kamel. Wenn es im Hochgebirge langsam Frühling wird, ist es an der Zeit, das Unterfell der Kaschmirziegen auszukämmen. Bis heute wird Kaschmir wie in alten Zeiten mit traditionellen Techniken von Hand verarbeitet.

Eine maschinelle Verarbeitung würde die feinen Fasern Schaden nehmen lassen. Außerdem sind Geräte nicht in der Lage, zwischen dem deutlich gröberen Oberhaar und dem luxuriösen, feinen Unterhaar zu unterscheiden. Pro Jahr und Ziege beträgt der Wollertrag gerade einmal 100 bis 150 Gramm. Damit macht Kaschmir nur 0,5 % der weltweit produzierten Tierhaare aus. Eine Faser ist zwischen 15 und 19 Mikron dünn. Das garantiert einen edlen, feinen Fall der Textilien aus Kaschmir. Der Unterschied zu Schurwolle wird aufgrund der eleganten Optik und des angenehmen Tragegefühls sofort deutlich.

Neben Produkten aus 100 % Kaschmirwolle sind auch Textilien – und vor allem Socken – erhältlich, bei denen Kaschmir mit Schur- oder Merinowolle gemixt wurde. Besonders beliebt bei textilverarbeitenden Betrieben in Europa ist weiße Kaschmirwolle, da sie sich unkompliziert in jede gewünschte Farbe einfärben lässt.

Woran echtes Kaschmir zu erkennen ist

Kaschmirwolle ist im Grunde sehr leicht zu erkennen, doch auf dem Markt werden auch viele Fälschungen angeboten. Um die Reinheit des Produktes zu garantieren, findet ein umfangreiches Prüfverfahren statt. Erstes Kriterium sind die feinen Fasern, die in der Einheit Mikron gemessen werden. 1000 Mikron entsprechen einem Millimeter. Es werden höchstens Kaschmirfasern verarbeitet, die eine Dicke von maximal 19 Mikron aufweisen. Nur so ist garantiert, dass sich das Material wunderbar weich auf der Haut anfühlt. Im Gegensatz zu anderen Wollsorten kratzt Kaschmir nicht.

Laut EU-Richtlinien wird nur bei reinen Kaschmirfasern das Siegel „100 %“ Kaschmir vergeben. Mit dem Etikett „Kaschmir“ dürfen Textilien nur dann ausgezeichnet werden, wenn der Anteil der Edelwolle mindestens 85 % beträgt. „Mit Kaschmiranteil“ bedeutet, dass die verwendeten Fasern zu mindestens 14, 5 % aus Kaschmirwolle stammen.

Fünf unschlagbare Vorteile von Kaschmirwolle

Neben dem angenehmen Tragegefühl und dem exklusiven, edlen Material gibt es noch weitere Vorteile von Kaschmirwolle:

  1. Exzellente Wärmedämmung
  2. Stark feuchtigkeitsabweisend
  3. Formstabil
  4. Weist Schmutz und Gerüche hervorragend ab
  5.  Sehr starke, reißfeste Fasern

Vor allem im Winter sind Produkte wie Socken aus Kaschmir der ideale Begleiter. Denn die Faser wärmen sechsmal so stark wie Schafwolle. Das liegt an den kleinen Zwischenräumen zwischen den Fasern, in denen die Wärme optimal gespeichert wird. Wer schnell schwitzt, hat an Kaschmirsocken ebenfalls seine Freude. Das Material nimmt die Feuchtigkeit direkt auf und führt sie sofort nach außen hin ab. Dabei ist Kaschmir gleichzeitig wasserabweisend. Auch Schmutz und Gerüchen gegenüber ist Kaschmir besonders widerstandsfähig.

Das macht die Socken sehr pflegeleicht und bei einem Besuch die Schuhe auszuziehen wird ebenfalls nicht zum Problem. Die Fasern sind zwar sehr zart, doch ist die Struktur in sich sehr stark. Das garantiert eine hohe Belastbarkeit und Reißfestigkeit. Wer sich für Kaschmirsocken entscheidet, kann bei der richtigen Pflege viele Jahre Freude an den guten Stücken haben.

Zu welchen Strumpfarten passt Kaschmirwolle am besten?

Vor allem weiße Kaschmirwolle lässt sich in jeder beliebigen Faser einfärben – die Qualität der Fasern leidet darunter nicht. Klassische schwarze Kaschmirsocken können gut zum Business Anzug getragen werden, sind jedoch auch in der Freizeit ein echter Hingucker. Wer viel zu Fuß unterwegs ist, wird es zu schätzen wissen, wenn das angenehme Tragegefühl die Bequemlichkeit eines Schuhs dezent unterstreicht. Kaschmir lässt keine Kälte durchdringen, weshalb Socken und Kniestrümpfe aus dieser feinen Wolle der ideale Begleiter durch die kalte Jahreszeit sind.

Allerdings beschränken sich die Socken nicht auf eine Saison. Gerade in der Übergangszeit im Frühjahr und im Herbst sind Kaschmirsocken der ideale Begleiter, wenn das Wetter plötzlich umschlägt. Söckchen und Füßlinge aus Kaschmir werden auch gerne von Damen getragen. Auch Babysocken sind aus Kaschmir oder einem Kaschmirmix erhältlich. Kurz gesagt, sind Socken aus Kaschmir immer dann gefragt, wenn purer, kuscheliger Luxus für die Füße und gleichzeitig ein strapazierfähiges, lange haltbares Material gewünscht ist.

Kaschmirsocken richtig waschen

Damit die Socken aus Kaschmir angenehm weich bleiben und lange mit Freude getragen werden können, sind bei der Pflege und Reinigung einige Dinge zu beachten. Das exklusive Garn ist recht empfindlich. Das bedeutet, die Socken werden nur gewaschen, wenn es unbedingt sein muss. Es empfiehlt sich, die Socken einen Tag lang zu tragen und dann an der frischen Luft auslüften zu lassen.

Wenn die Füße nicht zu stark geschwitzt haben, sind die Socken danach wieder frisch, um einen weiteren Tag getragen zu werden. Ideal zum Auslüften ist es, wenn die Umgebungsluft kühl und leicht feucht ist. Falls die Wolle allerdings schmutzig ist oder stark riecht, führt kein Weg am Waschen vorbei. Moderne Waschmaschinen verfügen über Programme, in denen sich die Socken ohne Schaden zu nehmen reinigen lassen. In einem speziellen Wollprogramm werden die leicht verschmutzten Socken nur etwas durchgeschwenkt. Wenn anschließend ein leichtes Schleudern mit maximal 600 Umdrehungen gewählt wird, verkürzt das den Trockenvorgang.

Der Maschinenwäsche vorzuziehen ist die Reinigung per Hand. Hierzu wird etwas Wollwaschmittel in eine Schüssel mit maximal 30 °C warmem Waschwasser gegeben. Ersatzweise kann ein mildes Shampoo verwendet werden. Die Socken weichen in der Lauge etwas ein und werden dann mit klarem Wasser ausgespült, Um die Fasern nicht zu schädigen, sollte ein Rubbeln vermieden werden – sonst kommt es zu unschönen Verfilzungen. Alternativ könnten edle Kaschmirsocken auch in die Reinigung gegeben werden. Aber wer Handwäsche praktiziert und dabei entsprechend vorsichtig zu Werke geht, darf sich über eine lange Lebensdauer seiner Socken freuen.

Flecken und Flusen bei Kaschmirsocken- was tun?

Flecken sind schnell passiert – sogar auf Socken. In diesem Fall empfiehlt es sich nicht, Kaschmir mit einer Bürste zu behandeln oder zu versuchen, die Flecken herauszurubbeln. In der Regel reicht es aus, auf den Fleck flüssiges Feinwaschmittel zu geben und etwas einwirken zu lassen. Ist der Fleck danach noch nicht verschwunden, kann das Wollwaschprogramm der Maschine gewählt werden. Normal und kein Grund zur Sorge sind kleine Knötchen, die Kaschmirwolle mit der Zeit bildet.

Das wird als Pilling bezeichnet. Damit die Fasern wieder glatt werden, können die Knötchen vorsichtig mit einem Kamm oder einer Rasierklinge entfernt werden. Wenn Kaschmir stark fusselt oder sogar beim Waschen eingeht, kann es sein, dass die Wollqualität nicht ganz so hochwertig ist oder den Socken andere Materialien beigemischt wurden. Werden die Hinweise zur Pflege jedoch beachtet und konsequent befolgt, können die Kaschmirsocken über einen langen Zeitraum hinweg Freude machen.

Kaschmirsocken richtig trocknen und lagern

Bei Maschinenwäsche verkürzt sich die Trockenzeit gegenüber der Handwäsche. Es empfiehlt sich, Restnässe mit einem weichen Handtuch, in das die Socke gelegt werden, schonend auszupressen. Kaschmirsocken sollten auf einem Handtuch liegend und nicht hängend getrocknet werden. Damit ist gewährleistet, dass sich die Socken nicht verziehen. Einige Haushalte geben die Socken auch in einen Trockner. Dabei sollte das Kaltluftprogramm gewählt werden, da Kaschmir sonst einläuft.

Bevor die Kaschmirsocken in den Wäschetrockner gegeben werden, sollten die Herstellerhinweise beachtet werden. Im Zweifelsfall trocknen die guten Stücke besser an der Luft. In der Schublade oder im Schrank liegen die Socken im Idealfall ganz oben. Auf diese Weise werden die edlen Fasern nicht zerdrückt.

Weiterführende Links:

Bilder:

Ratgeber Snowboardsocken – warum die richtige Wahl so wichtig ist

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